Die kurze Antwort: Für Startups funktioniert Video Content, der Personen zeigt statt Produkte anzupreisen. Die drei wirksamsten Formate sind Gründer Content, Einblicke in den Aufbau und dokumentarische Formate, die die Geschichte erzählen. Der häufigste Fehler: das ganze Budget in einen Hochglanz Imagefilm zu stecken, den danach niemand sieht. Konstanz schlägt Produktion.
Wir arbeiten laufend mit Startups und produzieren gerade eine eigene YouTube Doku Serie über junge Startups und ihre Ideen. Hier ist, was wir dabei über funktionierenden Startup Content gelernt haben.
Warum funktioniert Gründer Content besser als Produkt Content?
Weil Menschen Menschen folgen, nicht Firmenlogos. Ein Startup ohne bekannte Marke bekommt für reine Produktvideos kaum Aufmerksamkeit. Es gibt schlicht keinen Grund, einer unbekannten Firma zuzusehen. Einem Gründer, der erzählt, warum er etwas aufbaut, woran es gerade hakt und was er daraus lernt, sehen Leute dagegen zu. Der Gründer Account wächst fast immer schneller als der Firmen Account und zahlt trotzdem auf die Firma ein: bei Kunden, Bewerbern und Investoren, die vor jedem Gespräch ohnehin den Gründer googeln.
Welche Video Formate lohnen sich für Startups am meisten?
Gründer Formate: kurze, direkte Videos mit Einordnungen zur Branche, Learnings und Entscheidungen. Geringer Produktionsaufwand, hohe Wirkung, weil die Person sichtbar wird.
Build in Public: Einblicke in Produktentwicklung, erste Kunden und Rückschläge. Baut über Monate eine Community auf, die beim Launch schon da ist.
Doku Formate: die stärkste, aber aufwendigste Form. Eine gut erzählte Mini Doku über euer Startup transportiert in acht Minuten mehr Glaubwürdigkeit als eine Werbekampagne und lebt über Jahre weiter.
Was sich selten lohnt: der klassische Imagefilm als erstes Video. Er beantwortet keine Frage, die sich jemand gerade stellt, und hat ohne bestehende Reichweite kein Publikum. Erst Reichweite aufbauen, dann Imagefilm.
Wie viel Video Content braucht ein Startup pro Woche?
Weniger, als die meisten denken, aber regelmäßig. Zwei bis drei kurze Videos pro Woche, über Monate durchgehalten, schlagen zehn Videos im Launch Monat und danach Funkstille. Der Algorithmus jeder Plattform belohnt Konstanz, und Vertrauen entsteht durch Wiederholung. Praktisch heißt das: Ein Drehtag pro Monat reicht, wenn er richtig geplant ist. Aus vier Stunden Material lassen sich zehn bis fünfzehn Clips schneiden, dazu ein langes Format für YouTube.
Was kostet Startups am meisten und ist vermeidbar?
Der Neustart. Das teuerste Muster, das wir sehen: drei Monate Content machen, keine sofortige Wirkung sehen, aufhören, ein halbes Jahr später wieder bei null anfangen. Video Content für Startups ist ein Zinseszins Spiel. Die Reichweite der ersten Wochen ist immer ernüchternd, die nach zwölf Monaten Konstanz oft überraschend. Wer das Budget hat, entweder durchzuhalten oder es sein zu lassen, sollte durchhalten oder es sein lassen. Halbe Anläufe verbrennen das Geld doppelt.
Selbst machen oder Agentur?
Am Anfang: selbst machen, mit dem Handy. Die ersten 50 Videos sind eine Übung in Konstanz, keine Produktionsfrage. Eine Agentur lohnt sich, sobald zwei Dinge zusammenkommen: Der Gründer hat keine Zeit mehr für Schnitt und Planung, und der Content soll ein Niveau erreichen, das mit dem Handy nicht mehr geht. Dann gilt: Sucht ein Team, das Startup Tempo mitgeht. Lange Abstimmungsschleifen und Account Manager passen nicht zu einer Firma, die dienstags entscheidet und mittwochs dreht.
Worauf ihr bei der Auswahl achten solltet, steht im Artikel Social Media Agentur in Augsburg: Worauf ihr achten solltet.
FAQ zum Artikel
Welche Plattform sollte ein Startup zuerst bespielen?
Die, auf der eure Kunden sind, nicht die, die gerade angesagt ist. Im B2B ist LinkedIn meist der erste Kanal, YouTube schafft Tiefe. Im B2C sind Instagram und TikTok häufig naheliegend. Ein Kanal konsequent schlägt vier Kanäle halbherzig.
Braucht ein Startup einen eigenen Videografen?
Meist nicht. Ein fester Freelancer oder eine Agentur mit monatlichem Drehtag ist flexibler und günstiger als eine Vollzeitstelle, bis der Content Bedarf täglich wird.
Was ist die Yoovo Doku Serie?
Eine YouTube Serie, in der wir junge Startups und ihre Ideen dokumentarisch begleiten. Startups, die dabei sein wollen, können sich bei uns melden: info@yoovo-solutions.com.
